Dienstag, 27. Mai 2014

Oo CHAPTER 8 oO The Truth shows its Face

Der nächste Tag verlief ereignislos. Sie wanderten im Wald und schauten sich irgendein Denkmal an. Was Mo und Vivi anging, gab es nichts zu sehen oder zu fotografieren für sie. Den einzigen Beweis den sie noch einholen konnte,war dieser,dass Mo tatsächlich nachts duschen gegangen ist. Woher konnte Sebo das nur wissen?
Aus irgendeinem Grund gingen Vivienne und Mo sich aus dem Weg. Ob da etwas zwischen ihnen war?
Den Tag über hatte Sebastian aber mit Vivi vebracht,was sie eifersüchtig werden lies. Immerhin nannte Sebastian sie Süße und nicht Vivienne. Die Hexe kotzte sie sowieso an. In allem musste sie perfekt sein. Sie sah gut aus,schrieb gute Noten,war beliebt und hatte mit Abstand den perfektesten Freund.
Der Tag neigte sich langsam dem Ende und Sebastian und die Clique und auch sie selbst wurden immer nervöser. Hoffentlich hatte die Lehrkraft einen festen Schlaf.


Die Waldwanderung war wahnsinnig entspannend für Vivienne. Sie hatte genug Zeit, über alles nachzudenken was gestern passiert war. Auch über Mos Worte. Sie tragen sie wie ein Messerstich in die Magengegend. Ihr wurde ganz übel als Mo so von dem Kuss sprach. Nachdem er im Zimmer verschwand stand sie noch einige Minuten regungslos vor seiner Tür. Der Kloß in ihrem Hals schnürte ihr die Luft ab,aber da sie Geräusche vernahm,verschwand sie schnell in ihr Zimmer.
Heute hatte sie noch nicht mit Mo gesprochen,geschweige denn ihn gesehen. Entweder er verschwand immer in der Gruppe oder er hatte sich vor ihr versteckt. Sie wusste es nicht und so gut kannte sie Mo dann doch noch nicht um das einschätzen zu können,was von beiden nun der Fall war.
Wieder in ihrem Zimmer angekommen entschloss sie sich ein wenig Musik zu hören und ein Buch zu lesen. Sie nahm sich grundsätzlich immer ein Buch mit,man konnte immerhin nie wissen,wann man mal Zeit überbrücken musste. Und da Mo nicht mit ihr zu sprechen schien, musste Vivienne die Zeit bis zum Schlafengehen überbrücken.


Mo hatte es am Morgen kaum aus dem Bett geschafft, er war viel zu lange wach gewesen und der Handywecker läutete den neuen Tag definitiv zu früh ein. "Ah scheiße". Murrend erhob er sich und war dann in den Speisesaal gegangen. Allerdings war er dabei doch recht bemüht Vivienne aus dem Weg zu gehen. Es war nicht so, dass er nicht mit ihr reden wollte, doch er hatte das Gefühl, Dinge nur noch schlimmer zu machen. Und er hatte nicht mehr das Bedürfnis sich weiter zum Idioten zu machen, erst einmal musste er sich selbst und seine Gedanken ordnen um irgendwie wieder klar zu kommen. Morris war sich bewusst, wenn er heute mit Vivienne reden würde, er wäre ungerecht ihr gegenüber, und das war das Letzte was er wollte. 
Also verbrachte er den ganzen Tag damit dem Rotschopf aus dem Weg zu gehen, in dem er immer wieder versuchte in der Menge an Schülern zu verschwinden, oder sich irgendwo abseits einen Platz zu suchen um eine zu rauchen. Mittlerweile war es doch schon recht spät geworden und der junge Mann hatte dieses tiefe Bedürfnis mit Vivi zu reden, was es nicht leichter machen würde, zu schlafen. Nicht einmal mit Musik konnte er sich ablenken, verdammt. Das war eine super intelligente Idee gewesen seinen I-Pod einfach gegen eine Wand zu schlagen. Klasse. Mürrisch erhob Morris sich. Vielleicht würde er doch noch mit Vivi reden? Den Tag ohne ein Wort zu wechseln enden zu lassen, fühlte sich doch mehr als beschissen an. Vielleicht könnte er ihr ja auch irgendwie erklären warum er ihr so aus dem Weg gegangen war, ohne ihr gleich sein Herz vor die Füße zu kotzen. Er griff sich seine Kippenschachtel, Handtuch und saubere Klamotten. Zu erst würde er noch einmal unter die Dusche springen, den Abbinder musste er auch noch waschen, und dann würde er mit Vivienne reden. Er wollte und er konnte den Tag nicht einfach so scheiße enden lassen. 
Er öffnete die Tür und betrat den Flur, überlegt kurz ob er vielleicht doch jetzt schon an Viviennes Tür klopfen würde, jetzt war die Wahrscheinlichkeit doch größer das sie noch wach war. 



Sebastian kribbelte es den ganzen Abend schon in den Fingern. Zusammen mit den drei Mädels aus der Clique hatte er sich den ultimativen Masterplan zusammengetüftelt.
Er blickte auf seine Handyuhr, dann zu den anderen zwei Mädchen. "Ihr wisst wie es ablaufen soll? Und stellt mir bis dahin keine Fragen. Ihr werdet es schon noch früh genug sehen.",es zeichnete sich ein diabolisches Lächeln auf seinem kantigen Gesicht ab. Es war soweit. Die SMS von ihrer Spionin ging ein. Diese wartete auf dem Flur auf sie. Sebastian öffnete die Tür und ging mit den beiden Weibern im Schlepptau in Richtung der Duschen. Dabei ging er an den Einzelzimmern vorbei. Mo befand sich direkt vor Viviennes Tür. Dies schürte Sebastians Zorn noch mehr an. Mit kräftigen Schritten ging er auf den Kleineren zu.
"Monique, Schätzchen. Was machst du denn noch um diese Uhrzeit auf dem Gang? Solltest du nicht längst deinen Schönheitsschlaf halten?". Er griff Mo unter dem Arm und zog ihn mit einem falschen Lächeln im Gesicht mit sich. "Du wolltest jetzt duschen gehen,richtig? Lass uns das doch zusammen tun. Es spart nicht nur Wasser sondern sorgt auch noch für heiße Erotik,hm?". Grob schubste er Mo in die Damengemeinschaftsdusche rein. Ohne Mo Zeit zum Reagieren zu geben, schubste er ihn schon an die kalten Fließen. Er fasste die schmalen Handgelenke des Kleineren mit seiner linken Hand und hielt sie über seinen Kopf fest. Er drängte seinen Körper ganz nah an den des Anderen ran. "Du hättest so hübsch sein können, meine liebe Monique. Dir wäre nichts passiert,wenn du all den Scheiß hier sein lassen würdest. Aber so wie du gerade schaust,siehst du auch ganz süß aus." Sebastian strich mit seiner freien Hand die Haare aus dem Gesicht seines Gegenüber. Er fasste Mo fest am Kiefer,sodass seine Lippen sich leicht nach Vorn wölbten. Sebastian lachte mies und drückte Mo einen Kuss auf. Genauso wie Mo es bei Vivienne tat. "Was fällt dir kleinen Schlampe eigentlich ein meine Freundin zu küssen? Und heimlich triffst du sie auch noch. Wegen dir verwahrlost sie immer mehr.". Er zeichnete mit seinem Finger die Form von Mos Lippen nach,lies den Finger dann am Hals entlang gleiten,bis er am Kragen des T-Shirts ankam. In einer schnellen, heftigen Bewegung zerriss er dieses. Er schleuderte den Kleinen um,sodass er seine Arme hinten auf seinen Rücken hebeln konnte. Das Wort an die drei Mädels gerichtet,drehte er sich ganz langsam um. "Nun,Ladies. Ihr könnt mit den Änderungsschneidereien beginnen.".
Das neue Cliquenoberhaupt hob gefasst die Schere,setzte sie an dem Abbinder an -welchen sie aber nicht als diesen identifizieren konnte- und schnitt ihn durch. Entblößt wurden zwei mehr als weibliche Brüste. 
"Sieh dich an Monique. Deine Titten sind doch sogar ganz hübsch,wieso versteckst du sie denn immer?",raunte Sebastian Mo ins Ohr.
Die Spionin bekam es so mit der Angst zu tun, weil das alles aus dem Ruder lief,dass sie hinaus rannte und heftig an Viviennes Tür zu klopfen begann. Ihre Augen füllten sich mit Tränen.


Der Name welchen Sebastian da erklingen ließ, ließ Morris zusammenzucken und er hielt in seiner Bewegung inne. Es schien als gefror ihm das Blut in den Adern. Woher wusste Sebastian seinen Geburtsnamen? Langsam drehte er sich um, noch hoffend das dass alles hier einfach nur ein Missverständnis war, da wurde er auch schon von Sebo zu sich gezogen. Einen kurzen Augenblick blieb dem Tattoowierten die Luft weg und seine Augen weiteten sich erschrocken. "Lass mich los, du tickst doch nicht ganz sauber" Der versuch sich aus Sebastians Griff zu lösen schlug Fehl und unsanft wurde der kleinere in die Damenduschen befördert an welche er mit einem kurzen erschreckten keuchen gegen die Wand prallte, noch nicht wirklich begreifend was hier gerade passierte wurden ihm die Arme über dem Kopf fest gehalten, und wie ein wildes Tier verbiss sich nun die Panik in Morris Gedanken. "Lass mich los Sebastian" Immer wieder versuchte sich der kleine Schwarzhaarige aus dem Griff zu lösen, wie ein Fisch auf dem trockenem zappelte er. Die Wärme von Sebastians Körper ließ ihn sich enger gegen die Wand drücken, und noch ehe Morris wieder etwas sagen konnte wurde ihm unsanft an den Kiefer gefasst und Sebos Lippen pressten sich auf seine. Scheiße was passierte hier. Die Gedanken in Mo's Kopf rasten hingen an jedem etwaigen Fluchtversuch den er hätte unternehmen können, doch die Angst ließ ihn fast regungslos in dieser Situation. Die Worte des anderen hallten in seinem Kopf und die Berührungen hinterließen eine unangenehme Gänsehaut. "Ich.. nein ich...das war anders Sebastian hör auf lass mich bitte los" Leicht in die Knie sackend schloss er die Augen während Sebastians Finger seinen Hals hinab fuhren, dann gab es einen Ruck, erneut blieb Mo der Atem weg und er taumelte, kurz darauf dieser stechende Schmerz in den Schultern und Morris war bewegungsunfähig. "Hört auf mit dem scheiß bitte" Seine Sicht verschwamm, scheiße nicht heulen, nicht jetzt. Die Mädchen kamen auf den Jungen zu, das kalte Metall ließ Mo zusammenzucken und seine Augen weiteten sich fast panisch, wieder versuchte er sich aus dem Griff des anderen zu lösen, ein reißendes Geräusch und dieses typische stechen in der Lunge, das Morris beim ersten tiefen Atemzug fühlte, wenn er den Abbinder auszog durchfuhr ihn, jetzt konnte er die Tränen nicht mehr zurück halten. Die Welle der Scham und Hilflosigkeit überrollte ihn. Die Worte von Sebastian stachen durch Mark und Bein. Den Kopf gesenkt, in dieser unwürdigen Position versuchte Morris sich noch irgendwie los zu reißen, doch mit wenig Erfolg. Die Mädchen der Clique raunten erschrocken als der Scherenschnitt das frei gab was Mo jeden Tag versuchte zu verstecken. "Hör auf, bitte" Die Stimme des kleinen klang erstickt und sein Oberkörper zuckte unter den ersten Tränen die nun über seine Wangen liefen.


Total in ihr Buch vertieft vergas Vivienne total die Uhrzeit. Mit einem heftigen Hämmern an ihrer Tür wurde sie aus den Gedanken gerissen. Auf der kurzen Strecke vom Tisch bis zur Tür fasste sie sich und als sie die Tür öffnete war sie voll da. Ihre Rolle als Schulsprecherin hatte sie zwar vernachlässigt,aber nicht vergessen. Es war ein Mädchen aus ihrer ehemaligen Clique. Sie heulte wie ein Schlosshund und man verstand kein Wort. Sie zitterte am ganzen Leib und stammelte etwas von "Sebo,Handy,spioniert,Frau,Duschen...Mo". Bei dem Namen zuckte Vivienne zusammen und rannte los. Ihr Herz sackte ihr in die Unterhose. Was hatten die Weiber nun wieder angerichtet. "Wo?",schrie Vivienne achtlos und leicht panisch durch den Flur. Das Mädchen zeigte in Richtung Duschen. Vivienne beeilte sich und knallte die Tür zu den Duschen auf. Was sie da zu Gesicht bekam, nahm ihr den ganzen Atem. Der schock fühlte sich an,als würde man Eiswasser über sie schütten. Das Blut gefror in ihren Adern. Ihre Kinnlade hing unten,sie war unfähig sich zu bewegen.
Dort stand Sebastian,der ein halbnacktes Mädchen festhielt. Die zwei anderen aus der Clique standen genauso fassungslos und mit schuldigen Blick da. Die eine hielt noch immer die Schere in der Hand. "Sebastian?". Mehr brachte sie nicht heraus.

Sebastian lachte laut auf als der Kleine in sich zusammensackte und nur noch durch ihn aufrecht gehalten wurde. Die Tür wurde aufgerissen und es war Vivienne. Noch besser,dachte sich der Schüler. Er nickte einem der Mädels zu,"Los,zeig Vivienne Moniques schönes Gesicht.". Sie leistete Folge und krallte ihre dürren Finger in Mos Haar. Sie riss seinen Kopf nach hinten,sodass sein Gesicht vollkommen sichtbar für Vivienne war. "Ist sie nicht hübsch? Und gut küssen kann sie ja auch. Aber das weißt du ja schon,nicht wahr Süße?".

Vivienne drehte sich bei dem Anblick der Magen um. Es war Mo. Ihr Mo,der wunderschöne,geheimnisvolle Mo. Das konnte nicht sein. Aus ihrer Kehle erklang ein leises "Nein". Sie glaubte es nicht. "Mo?",sie sah den Jungen,das Mädchen,die Person an,die sie hinter ihre Mauern gelassen hatte. Doch das war er nicht. Das war nicht Mo. 

Sebastian erhob das Wort:"Sieh dir an was du getan hast,Vivienne. Das ist dein Verschulden. Das ist dafür,dass du fremdgeknutscht hast. Ist der Anblick nicht widerlich? Sieh sie dir an,die kleine Monique. Und sieh dich an. Du bist keinen Deut besser. Das war's. Dich will ich nicht mehr."

Nun verlor Vivi jegliche Kontrolle über sich. Ihr Kopf hatte sich verabschiedet. Ohne zu kontrollieren,was sie tat,fing sie an zu schreien. "Nein. Nein,nein." Immer wieder "Nein." Sie ging rückwärts aus den Duschen raus.
Sie preschte den Flur entlang,ihre Augen füllten sich so mit Tränen,dass sie nichts mehr sah und hinfiel. Schwerfällig richtete sie sich wieder auf. Sie verpasste sich selbst eine heftige Ohrfeige. "Reiß dich für ein paar Sekunden zusammen",presste sie zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Sie schluckte all ihre Tränen runter,was sie eine wahnsinnige Anstrengung kostete,ging zum Zimmer des Lehrers,klopfte und als er öffnete,bat sie in höflichster Manier um Hilfe. Sie wäre selbst mit der Situation überfordert. "Es ist ein Notfall,bitte beeilen sie sich.".
Sie ging die paar Schritte noch mit zu den Duschen,doch sie vermied hineinzuschauen. Als die ermahnende Stimme des Lehrers erklang brach alles wieder aus ihr hinaus. Sie rannte los. Raus,die Feuertreppe nehmend,einfach nur raus. Sie brauchte Luft,sie kratzte sich am Hals,weil sie einfach keine Luft bekam. Draußen in der Dunkelheit angekommen löste sich ein weiterer Schrei aus ihrer Kehle. Sie konnte atmen.


Morris, den mittlerweile jegliche Kraft verlassen hatte wurde nur noch schmerzhaft von Sebastian aufrecht gehalten, immer wieder zuckte sein Brustkorb und leises Schluchzen drang in den Raum, hallte an den nackten Wänden wieder. Er hatte schon viele Anfeindungen erlebt, schon viele Beleidigungen auf Grund seiner Transsexualität, aber noch nie, noch nie wurde er so gedemütigt. Schritte hallten auf die Gruppe zu. Nein, nicht Vivienne. Erneut verkrampfte sich Mo's Magen schmerzhaft, bitte nicht Vivienne. Unsanft griff ihm eine der Blondinen in die Haare und kurz darauf wurde sein Kopf zurück gerissen, nur kurz lag der tränenverschleierte Blick auf dem Rotschopf, ehe Morris die Augen fest zusammen kniff. Er wollte sie nicht sehen, er wollte nicht, dass sie ihn so sah. Dass sie das sah. Er wollte es ihr doch sagen, er wollte, dass sie es erfahren würde, aber doch nicht so. Wieder drang dieses erstickte Schluchzen in den Raum und ein leises, kaum wahr zu nehmendes "Bitte lass mich los". Was sollte Mo jetzt tun? Er konnte doch nicht wieder die Schule wechseln? Er würde sein Abi schmeißen, es war ihm egal. Jetzt in diesem Moment war es ihm egal und am Liebsten wäre er einfach gestorben. In diesem Augenblick einfach vom Erdboden verschwunden.
Vivienne schien das Weite zu suchen. Der Tattoowierte hörte noch ein "Nein" Ihrerseits und quälend lange Augenblicke später betrat eine Lehrkraft den Raum. Sebastian ließ Mo los und dieser sackte einfach nach vorn, legte die Stirn auf den kalten Fliesen ab und krallte seine Finger in sein kaputtes Shirt, zog es zu, versuchte so seinen Oberkörper zu verdecken. So fest er auch seine Lippen aufeinander presste, er konnte es nicht verhindern, das Weinen nicht mehr stoppen. Das war ein Albtraum, das war ein beschissener Albtraum,warum weckte ihn denn niemand? 


Sie stand ganz am Rande des Geschehens und fühlte tiefe Reue und Schuld. Was hatte sie da nur angerichtet? Es war so furchtbar, was Sebastian so lang geplant hatte. Und Mo war eigentlich eine Frau. Das verstand sie alles nicht. Der Lehrer schimpfte heftig mit ihren beiden Freundinnen und Sebastian. Sie wurden von ihm auf ihre Zimmer gebracht und würden morgen früh von den Eltern abgeholt werden.Die Lehrkraft gab ihr die Aufgabe,Mo auf sein Zimmer zu bringen. Ausgerechnet sie? Noch immer flennte sie. Kurze Zeit war sie mit Mo allein in den Duschen. Es war eine bedrückende Stille,nur das leise Schluchzen war hier und da zu hören. Vorsichtig ging sie auf Mo zu,umfasste seine Schultern und führte ihn raus. Mit seinem Handtuch versuchte sie seinen Oberkörper zu verdecken. "Oh Gott...d..das tut mi..mir alles so leid.". Sie schluchzte heftig. Das hatte sie nicht ahnen können. Mit langsamen Schritten brachte sie Mo in sein Zimmer und führte ihn zu seinem Bett. Dann,ohne noch ein Wort zu sagen ging sie wieder.


Viviennes Tränen versiegten langsam. Sie war so erschöpft vom vielen Weinen,dass sie sich einfach auf die Tischtennisplatten legte,wo zuvor auch schon Mo war. An Schlaf war weder in ihrem Zimmer noch hier draußen zu denken. Sie starrte gen Himmel,zählte die Sterne um sich abzulenken,doch immer wieder blitzte Mos Anblick vor ihren Augen auf. Morris war nicht Mo. Er -nein- sie war jemand vollkommen Fremdes. Sie musste an die schöne Zeit am Meer denken und den Kuss und ihr Herz setzte einen Schlag aus,ehe es stechend weiterpochte. Einen neuen Anflug von Tränen konnte Vivi jedoch zurückhalten. Je länger sie in die Sterne schaute und je mehr sie sich den Kopf darüber zerbrach,desto mehr formte sich der stechende Schmerz zu einer flammenden Ansammlung von Wut,die ihren Verstand benebelte. Sie war wütend auf sich selbst,aus Sebastian und vor Allem auf "Mo". Wie konnte diese Ratte sich nur so in ihr Leben einschleichen,sich hinter ihrer Mauern mogeln, ihre Beziehung ruinieren und zudem auch noch ihren Ruf. Sie fühlte sich dumm und hintergangen. Die Wut trieb sie an. Sie ging schnellen Schrittes ins Gebäude. Doch die Flure waren leer. Die Duschen auch. Alles war still. Sie ergab sich,ihre Haltung erschlaffte und ihr blieb nichts übrig,als in ihr Zimmer zu gehen. Das Bett war derzeit ihr einziger Zufluchtsort.


"Fass mich nicht an!". Fast wie eine in die Ecke getriebene Katze, fauchte Mo das Mädchen an, krallte sich in das Handtuch und ihre Entschuldigungen wollte er auch nicht hören. Er wollte einfach seine Ruhe haben, schlafen und am besten nie wieder aufwachen. Hätte er sein Auto hier, er wäre einfach gefahren, irgendwo hin. Als das Mädchen das Zimmer verließ warf Morris ihr noch ein "Ich hoffe jetzt seid ihr glücklich" hinterher. Allein im Zimmer verharrte er einige Momente so, das Handtuch haltend, als sei es das Einzige auf der Welt,dass ihn noch am Boden hielt- und auf den Boden starrend. Jetzt würden es alle erfahren. Alle würden es wissen. Und wieder würde er außenvor sein, den Anfeindungen ausgeliefert. Als wäre es nicht schon schwer genug ohne all das Drumherum. Langsam ließ er den kaputten Stoff von seinen Schultern gleiten. Scheiße, der Abbinder war teuer gewesen. Resigniert warf er den Stoff in seine Tasche und streifte sich einfach irgendein Shirt über. Wenn er schlief, trug er ohnehin nie den Binder. Und Morgen müsste eben die Folie her halten. Gott wie froh er war, diese eingepackt zu haben. Mo ließ sich zur Seite fallen und zog die Decke komplett über sich. Er hatte das Gefühl sich wieder einem Krieg stellen zu müssen, obwohl er des Kämpfens längst müde war. Er betete einfach, die Chance zu bekommen, mit dem Rotschopf reden zu können. Verdammt er hätte es ihr doch gesagt. Er wollte doch.

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