Dienstag, 7. August 2012

Oo Chapter 3 oO Meet again

Mo lief derweil über den Hof, er hatte kein wirkliches Ziel, er brauchte diese Bewegung einfach, der Junge wahr ein ziemllich hibbeliger Zeitgenosse, er hasste es lange irgendwo rum zu sitzen oder zu warten.Gerade während einer dieser endlosen Tattoosaisons war das oft die reinste Hölle.Der Schwarzhaarige zog an seiner Kippe, er bemerkte nicht,dass jemand direkt vor ihm stand, beziehungsweise auf ihn zu lief,sodass er jäh durch einen Ruck aus seinen Gedanken gerissen wurde.

Der Wind blies ihr durch ihr rotes Haar und trieb ihr Tränen in die Augen.Obwohl es Spätsommer war,wurden die Temperaturen schon recht niedrig.Sie erkannte nicht mehr wohin sie lief,aber sie lief weiter,bis sie auf einmal gegen etwas hartes prallte und rücklings auf dem Hintern landete. Für einen Moment stockte ihr vor Schreck der Atem. Verwirrt blinzelte sie und versuchte auszumachen,wen sie da angerannt hatte.

Mo viel vor Schreck die Kippe aus der Hand und er stolperte etwas zurück:„Oh fuck, sorry“. Schnell fing er sich, beugte sich ein wenig vor und half Vivienne hoch. Er sah das Mädchen an und legte die Stirn leicht fragend in falten - hatte sie geweint? Sie sah so verheult aus. „Ist alles okay?“


Vivienne nahm Mos Hand und lies sich hoch helfen. Als sie in voller Größe vor ihm stand, musste sie etwas herunter schauen,da er so klein war. Sie rieb sich schmerzverzerrt den Hintern: ''Au! Das war mein Steißbein.Ehm..danke.'',murmelte Vivienne beschämt. Unauffällig trat sie die Zigarette aus,die Mo anscheinend fallen lies. ''Rauchen ist auf dem Schulgelände verboten.'' sagte Vivienne mechanisch,ohne wirklich Autorität auszustrahlen. Es machte ihr keinen Spaß mehr,andere immer an die Regeln zu erinnern.


Mo zuckte mit den Schultern. "Ist mir ziemlich egal ob das verboten ist".Er kramte eine neue Kippe aus seiner Schachtel und steckte sie sich hinters Ohr. "Aber gut, dann muss ich halt vom Gelände runter".  Es war ihm tatsächlich ziemlich egal ob es erlaubt war oder nicht, den Jungen waren Regeln prinzipiell ziemlich egal. Was wahrscheinlich daran lag, dass er sich Zuhause an so viele halten musste, dass er es draußen einfach leid war. "Sorry nochmal das ich dich umgerannt habe..." Seine Stimme klang beilläufig, mit suchendem Blick sah er sich nach einem Platz um, der es ihm erlaubte in Ruhe eine zu rauchen. Er wurde rasch fündig, direkt hinter der Turnhalle war dickes Gebüsch,er musste nur über den kleinen Zaun dort hinten klettern und war direkt in einem kleinen Waldstück.

Vivienne verfolgte Mos Blick zu dem Waldstück,zu welchem sie eigentlich hin wollte. Sie haderte mit sich selbst,ob sie nun noch immer dort hingeht oder eher zum Sanitätsdienst,um sich Eis für ihren schmerzenden Hintern geben zu lassen. Bei dieser Vorstellung musste sie unwillkürlich loslachen.Das Lachen schüttelte sie sie häftig,dass ihr Bauch weh tat.Mit einem Kopfschütteln lies sie das Lachen davon fliegen.''Hast du vielleicht auch eine Zigarette für mich?'' fragte sie Mo mit leiser,doch lieblicher Stimme. Sie hatte Ewigkeiten nicht mehr in der Schule geraucht. Und daheim musste sie es auch heimlich machen.Weder ihre Eltern noch Sebastian mochten es.


Mo sah das Mädchen etwas verwirrt an ehe er ihr lächelnd einen der Glimmstängel hin hielt. "Ich hätte nicht damit gerechnet das du rauchst" Er strich sich eine der schwarzen Strähnen aus dem Gesicht. Kurz schien er etwas abwesend zu sein ehe er sich zu Vivienne wand. "Willst du mit kommen? Ich mein... hier rauchen geht ja nicht" Er musste leicht grinsen. Ja Vivienne schien es ernst zu nehmen mit den Regeln.

''Ich hätte auch nicht gedacht,dass du so großschnauzig sein kannst.'',entgegnete Vivienne frech. Sie ging schnellen Schrittes voraus und vergewisserte sich,dass niemand sie sah,als sie am Zaun ankamen. Mo war gerade dabei,hinüber zu klettern,als Vivienne ihm am  Handgelenk fasste und ihn angrinste:'' Du glaubst doch nicht wirklich,dass ich da drüber kletter,oder? Am Ende hab ich mir noch meine Kleidung zerrissen oder so.'' Mit einem breiten Grinsen im Gesicht ging Vivienne einige Schritte weiter ins Gebüsch hinein und schob einen Strauch zur Seite,hinter welchem sich ein großes Loch versteckte. Sie hielt die Stellung und lud Mo damit ein,hindurch zu gehen.

Mo sah ihr nach "Großschnäutzig?" Er schüttelte leicht lachend den Kopf und folgte Vivienne. Als sie ihm am Handgelenk fasste,erschrak er einen Moment, schaltete aber schnell und huschte dann auch durchs Gebüsch. "Ich hatte schon Angst ich muss mich zum Affen machen und da tatsächlich rüber klettern".Er klopfte sich dich Blätter und den Dreck von der Hose.

Vivienne sah Mo wartend an. Sie wurde schon leicht nervös und spielte mit der Zigarette zwischen ihren Fingern.Als Mo sie nicht ansah versuchte sie,nicht aufdringlich wirkend,ihn darauf hinzuweisen:'' Ehm...du,Mo? Ich...also ich brauch mal Feuer...''.

Mo fummelte in seiner Hosentasche, "Warte ich habs gleich".Ja,das hasste er,dieses ewige Gesuche nach dem kleinen schwarzen Feuerzeug.Darauf war eine kleine Gayprideflagge, weswegen er das Feuer lieber in seiner Hand behilt und Vivienne die Kippe anzündete,ehe er seinen eigenen Glimmstängel zum Qualmen brachte und den Rauch tief inhalierte.

Nachdem Mo ihr die Kippe anzündete,nickte sie zum Dank. Sie schloss die Augen und sog kräftig und lang an der Zigarette. Wie ein Verdurstender in der Wüste Wasser verschlingen würde,wenn er welches gefunden hätte. Sie schloss die Augen und legte den Kopf in den Nacken. Ganz langsam blies sie den Rauch zwischen ihren Lippen aus.Sie genoss die Stille um sich herum und den Geruch des nassen Waldes.Am liebsten wäre sie mit ihm verschmolzen.Eine unangenehme Stille breitete sich jedoch zwischen ihr und Mo aus.

Mo aschte ab und ließ sich auf den feuchten Boden fallen, der boden war kühl und Mo genoss es, er genoss es ohne hin seine Ruhe zu haben. Der Junge war nicht der größte Menschenfreund. Seufzend ließ er sich letzten endes ganz zurück fallen. Das sich einige blätter und Äste dabei wahrscheinlich in seinen Haaren verfangen würden kümmerte ihn nicht. Den Arm auf seinen brustkorb legend schoss er die Augen.


Als Vivienne wieder den Kopf senkte,war sie kurz verwundert,da Mo nicht mehr da war.Sie drehte sich  im Kreis,er war nicht da.Sie ging einfach einen Schritt vorwärts und prompt lag sie schon wieder auf der Nase.Sie war über etwas gestolpert.Langsam richtete sie sich auf.Der Aufprall hat den Schmerz vom ersten Sturz wieder aufflammen lassen.Sie drehte sich um und siehe da. Sie hatte Mo gefunden.Irgendetwas feuchtes klebte ihr an der Wange. Sie hatte schon die schlimmsten Befürchtungen,vielleicht eine Nacktschnecke. Panisch quitschte sie auf und fuchtelte in ihrem Gesicht rum um danach verdattert festzustellen,dass es nur ein Blatt war.

Mo hatte die Augen geschlossen und genoss diese Ruhe. Die Schritte Viviennes vernahm der Junge zwar,doch veranlassten sie ihn nicht die Augen zu öffnen.Erst als der Rotschopf über ihn gestolpert war,blinzelte der Schwarzhaarige kurz und sah wie das Mädchen qietschend in ihrem Gesicht rumfummelte. Einen Moment versuchte er das aufkommende Lachen zu unterdrücken,doch dieses Vorhaben hielt nicht lange an.

Erleichtert seufzte Vivienne.Sie vernahm ein schrilles,helles Lachen.Es dauerte bis sie begriff,dass es zu Mo gehörte.Er lachte sie aus. Böse funkelte Vivienne den Jungen an.''Ich finde das nicht lustig.'',fauchte sie zornig.Doch Mo hörte nicht auf zu lachen.Es belustigte sie,dass sein Gelächter noch so jungenhaft war,als wäre er keine Sekunde im Stimmbruch gewesen,aber andererseits hasste sie diese Scham,die in ihr aufstieg,wenn sie ausgelacht wurde.Sie saß einfach nur da und wusste nichts mit sich oder der Situation anzufangen.


Mo biss sich leicht auf die Unterlippe;er hasste es zu lachen,zumindestens wenn Fremde in der Nähe waren. Er sah das Mädchen an und realisierte,dass es ihr wohl ziemlich unangenehm war. "Sorry, du sahst grad nur süß aus,wie du da rumgefuchtelt hast..." Er grinste,wirkte dabei wie ein kleiner Junge der sich verschämt bei der Oma entschuldigte,dass er den letzten Cookie gegessen hatte. Etwas unsicher zog er wieder an seiner Kippe. Er war wirklich nicht gut im Umgang mit anderen Menschen, was wohl daran lag,dass er meistens nur mit besoffenen Jugendlichen im Club redete oder mit seinen Freunden-welche er schon so lange kannte-und die genauso assozial waren wie er.


Vivienne reichte es. Ihr stieg die Scham in die Wangen,welche sich rot verfärbten. Niemand hatte sie zuvor als süß bezeichnet,oder sie jemals in einer solch misslichen Lage gesehen. Sie stand auf und sah beschämt zur Seite.''Ich..eh ich muss jetzt wieder gehen.Der Unterricht.'',stammelte sie und ging mit großen Schritten davon.Sie wirkte recht versteift,aber als sie aus Mos Sichtfeld war,lockerten sich ihre Schultern wieder und ihr Kopf begann mit dem Gedankensturm. Es hatte sie wirklich niemand zuvor als süß bezeichnet. Sie war entweder die Schöne,die angehimmelt wurde,oder die Hexe,wegen ihrer Haare.Dieser neue Schüler verwirrte sie einfach nur noch.Zumal er auch wirklich seltsam war.Sie kannte keinen Jungen in seinem Alter,der noch so kindlich aussah.

Mo seufzte und fuhr sich durch die Haare. "Meine Güte...Topfschlagen im Mienenfeld" Er warf sich wieder zurück und entschied einfach mal,den nächsten Kurs blau zu machen. Wieso regte es Vivienne so auf,dass er sie süß genannt hatte? Eigentlich war das doch sogar ein Kompliment. "Gott,Weiber" Schließlich rang er sich doch durch,auf zu stehen und zum Unterricht zu gehen.Am ersten Tag zu schwänzen war wohl nicht so eine gute Idee.

Der Unterricht hatte schon längst angefangen,als sich die Tür des Klassenzimmers öffnete.Vivienne stockte der Atem als sie Mo sah.Sofort stieg ihr wieder die Röte ins Gesicht.Sie spürte,dass er ihren Blick suchte,doch sie strafte ihn mit Ignoranz.Sie durfte ihre Unnahbarkeit nicht verlieren,vor keinem.Sie hatte Jahre lang dafür gekämpft,einen solchen Status zu haben,wie sie es jetzt hatte.Auch,wenn ihre Eltern vermögend waren,ihre roten Haare machten ihr einen Strich durch die Rechnung,was das Beliebtsein anging.Mo roch extrem nach Qualm,sie fragte sich,ob sie wohl auch danach roch.In der Oberstufe und als Erwachsene ist es natürlich kein Thema mehr,dass man raucht und es auch darf,jedoch war es ein rotes Tuch in den Augen der Mädels.Heimlich kramte sie ein kleines Parfumpröbchen heraus und besprühte ihre Handgelenke.Sofort wurde sie von ihrer Banknachbarin angesprochen:'' Oh,Vienne,hast du ein neues Parfum? Du riechst hervorragend.'' Ihre Nase kam näher und bei dem Geräusch,welche sie machte,als sie an ihr roch,bekam sie ein Gänsehaut.


Mo zuckte kaum sichtbar mit den Schultern :"Dann nicht",dachte er sich stumm und begab sich zu seinem Platz.Es war ihm klar,dass er nach Qualm stank;nach Qualm und Pfefferminze. Vivienne war ihm ein Rätsel,eigentlich mochte er sie, aber nach und nach bekam er den Einduck,sie sei auch nur eine dieser oberflächlichen Weiber,die nicht über sich selbst lachen konntenu-nd mit so etwas konnte er nun gar nichts anfangen. Er ließ sich auf seinen Platz fallen und lehnte sich etwas zurück. Ihm war jetzt schon langweillig.


''Ihh,Vivienne,was hast du denn da im Haar?'' fragte eben diese Banknachbarin. Vivienne schaute sie nur verwundert an und wartete gespannt darauf,was es denn nun war,was sich in ihrem Haar verfangen hatte. Ein weiteres nasses Blatt und ein kleines Stöckchen.''Wo hast du dich denn rumgetrieben? Nach Sekretariat sieht das hier aber nicht aus.''.Skeptische Blicke fielen auf sie. Vivienne wurde immer angespannter und das einzige was sie entgegnen konnte war :'' Ist das hier jetzt ein Verhör?''.Genervt winkte sie die andere mit der Hand ab und begann wieder zu kritzeln.

Das Klingeln der Pausenglocke hatte Mo jäh aus seinen Gedanken gerissen.Die Szenerie mit Vivienne und ihrer Sitznachbarin hatte er schlicht ignoriert, es ging ihn nichts an. Er packte seine Sachen zusammen-ein Überbleibsel aus seiner alten Schule-er hatte sich angewöhnt seine Sachen immer mit sich zu tragen. Sein Ziel war das Schultor. Er würde nicht wieder über den Zaun klettern oder sich durch irgend ein Gestrüpp kämpfen. Er würde sich dreist ans Schultor stellen und dort eine rauchen. Auf dem Weg fummelte er einen der Glimmstängel aus seiner Tasche und klemmte ihn hinter sein Ohr.

Vivienne sah die anderen ihrer Clique davon zischen. Wer weiß,was diese wieder ausgeheckt hatten. Sie wollte sich aus dieser ganzen Mobbing-Scheiße raushalten. Immerhin durfte sie allein wegen ihres Status als Vertrauensschülerin nicht.Aber als Vivienne bemerkte,auf wen sie es diesmal abgesehen hatten,sprang sie auf und folgte ihnen raschen Schrittes.Als sie das Gebäude verließen,griff sie jemand fest beim Handgelenk.Sie fuhr hastig herum um fest zu stellen,dass es Sebastian war.Er zog sie zu sich ran,umarmte sie festen Griffes und küsste sie auf die Stirn.Er raunte ihr ins Ohr:'' Wieso hast du nicht auf meine SMS geantwortet,hm? Wie oft müssen wir noch darüber reden,dass du mir zu antworten hast!''.Vivienne wollte sich aus seinem Griff lösen,doch lies er sie nicht gewähren.Sie schaute kurz über ihre Schulter,doch die Mädels waren schon weg. Sebastian ergriff ihr Gesicht mit seiner linken Hand...

''Vivienne ist so eine Spielverderberin. Sie fühlt sich wohl ziemlich wichtig.'' ''Oh ja,sicherlich tut sie das.Euh,ich bin Vivienne,ich bin Vertrauensschülerin und hab einen riesen Stock im Arsch.'' Alle kicherten. ''Ich kann echt nicht glauben,dass die so dumm ist.'' Die Mädels verfolgten nach wie vor den neuen Schüler. Als sie sich ihm näherten rief die eine:'' Hey,hey Neuer. Huhuuuu du da mit den Tattoos,warte mal.'' Die anderen Mädels kicherten hinter vorgehaltener Hand.Als Mo nicht stehen blieb,rannte die eine vor und tippte ihn auf die Schulter. ''Du hörst wohl etwas schlecht,hm? Vielleicht solltest du dir deine Hobbitfüße mal waschen damit der Dreck nachrutscht.''

Mo stöhnte genervt und wand sich zu dem Mädchen,das dummerweise sogar etwas größer war als er. "Ich höre sehr gut, aber auf solche Aushilfs-Paris-Hiltons reagiere ich ungern,zumal mir von deinem Parfüm schlecht wird.Und wo wir gerade schon bei schlecht sind, fass mich noch einmal an und ich werde ungemütlich".  Er drehte sich einfach wieder um und zog an seiner Kippe

''Ladies,habt ihr das gehört? Der angemalte Hobbit soll ungemütlich werden.'' Wieder brachen die Mädels in Gelächter aus. Genau das war ihre Masche,Lachen und Kichern.Das verunsichert die Opfer oftmals. Zudem noch den ein oder anderen missbilligenden Blick und ganz leicht hatten sie ihren Spaß.
Ein anderes Mädchen trat vor,sie war groß,dennoch nicht so groß wie Vivienne.Sie stellte sich direkt vor Mo und ergriff angeekelt eine von Mos Haarsträhnen. ''Igitt.Entweder sind diese Haare nass,mit Gel zugekleistert oder einfach nur fettig. Pfui.'' Sie verzog angewidert das Gesicht und wischte sich theatralisch ihre Hand an der Hose ab.


Ihre Masche zog tatsächlich, innerlich war der Junge ziemlich verunsichert, er hatte schon genug Mobbing in seiner alten Schule hinter sich gebracht, noch mal würde er das nicht durchstehen, allerdings ließ er sich das nicht im geringsten anmerken. Stattdessen lachte er hell auf und schüttelte den Kopf. "Hör mir mal zu Barbie, nur weil deine Eltern dich nicht Lieben, dein Freund dich betrügt, wenn du überhaupt einen hast, die meisten Kerle vögeln plastik ja bekanntlich nur gerne mehr nicht, musst du deine Unsicherheit nicht an anderen ausleben, und wenn dann such dir jemanden bei dem das zieht. Mich beeindruckt euer Hühnergehabe nicht im Geringsten. Und über meine Haare redest grad du? Aber gut wenn mir das Stroh so splissig aus dem Kopf wachsen würde wie dir,würde ich auch versuchen das ganze mit 300 Kilo Haarspray zu überdecken." Er richtete sich seine Haare wieder, trat die Kippe aus und Grinste die Mädchen zuckersüß an. "Also dann,ich hab noch andere Dinge zutun. Cherio" Er wand sich um und ging. Seine Hände zitterten und ihm wurde schlecht, er hasste diese Situationen, und diese Aktion hatte den Jungen dummerweise wirklich getroffen. Schnell suchte er sich einen ruhigen Platz zum rauchen.

Sebastian hielt Vivienne noch immer kurz vor dem Ausgang fest,als die Mädels ankamen. Sie trösteten und betätschelten die Blonde,welche heulend und schluchzend in der Mitte lief.Ihre Mascara verschmierte fürchterlich und lies sie wie eine Vogelscheuche aussehen. ''Oh Vivienne,es ist schrecklich.'',plärrte die eine. Die andere meinte:'' Dieser neue Schüler hat die Arme total gemobbt. Und zudem auf dem Schulgelände geraucht.'' ''Ja...*schluchz* Ich glaube,es war sogar Gras.Er war total fies.*schluchz*'',sie zog beherzt ihre Nase hoch.Sebastian lies umgehend von Vivienne ab und sprang zu der Blonden. Er umarmte sie und nahm sie beiseite.''Du als Vertrauensschülerin solltest dich um sie kümmern,um beide'' sagte Sebastian grob. ''Ich mach das Mädels,Sebastian,bitte begleite sie in die Pausenhalle und beruhigt sie.Ich kümmere mich um..Mo,ich meine,den Neuen.Wo ist es denn passiert?'',fragte Vivienne. ''Schultor'',wimmerte die große Blonde.Vivienne verschwand zügig.Sie wusste,dass das alles nur Show war und das Sebastian sich der Blonden annehmen würde,wusste sie auch.Sie sprang über den Schulhof und hielt die Augen nach Mo offen.Sie war irgendwie besorgt um ihn.Sie wusste,wie fies die Mädels sein konnten und so langsam hasste sie es,dazu zu gehören.So richtig wusste sie jedoch nicht,warum sie das tat. Am Schultor angelangt,war kein Mo da.Zumindest sah sie ihn nicht.


Mo aschte ab und seine Hände zitterten noch immer leicht vor Aufregung. Er hatte nicht damit gerechnet,dass er so schnell anecken würde. Sicher,er war nicht unbedingt wie andere in seinem Alter, aber immerhin versuchte er sich ja anzupassen. Und schon jetzt überkam ihn der Gedanke,einfach zu gehen. Nach Hause zu gehen,sich auf sein Bett zu werfen und Gitarre zu spielen, die Welt mit Hilfe von Musik einfach einmal aus zu blenden. Der Schwarzhaarige sah auf,als er Schritte vernahm, es war Vivienne, sie sah leicht suchend umher, Mo konnte sich denken,dass diese Barbies sich bei ihr beschwert hatten. Langsam erhob er sich und klopfte den Dreck von seiner Hose "Was willst du?" Er strich sich eine Strähne aus dem Gesicht und zog an seiner Zigarette, ein kurzer Würgreiz,welchen er gerade noch so überspielen konnte,brach über ihn herrein. Ihm war schon den ganzen Tag so unsagbar schlecht, so machte selbst das Rauchen keinen Spaß.

''Oh Gott sei Dank,da bist du ja.Ist alles okay?'' Vivienne sah den Jungen prüfend an.Er sah nicht gut aus,sie vernahm ein Zittern seiner Hände. Er schaute sie nicht an,kein einziges Mal.Sie wartete geduldig auf eine Antwort,doch diese kam nicht.Also blieb sie einfach da stehen und begann zu reden:''Weißt du,ich kenne die Mädels nun schon lang und ich weiß zu was sie fähig sind.Ich weiß auch,dass du ihnen nichts getan hast.Sie haben mal wieder ziemlich ein Theater abgezogen. Von wegen du hättest Drogen konsumiert und sie gemobbt.Ich werde dich ab jetzt unter meine Fittiche nehmen.'',sie seufzte kurz.''Irgendeiner muss ja aufpassen,das hier kein Scheiß passiert.'' Sie klang dabei leicht genervt,doch konnte man das kaum mehr von Wehmut unterscheiden.

Mo seufzte leicht. "Weist du",er lehnte sich gegen das kalte Tor,"Ich brauch keinen Babysitter. Ich komm alleine sehr gut klar. Nett gemeint aber solche Tussen wie deine 'Freunde' "-das Wort Freunde sprach er aus,als see es etwas das ihn anwiederte- "tun mir einfach nur leid. Nichts im Hirn und nur 'ne große Fresse im Rudel". Seine Worte wirkten sicher und bestimmt,doch schien es fast so,als würde er einfach irgendeine Phras aufsagen, etwas ablesen. Es wirkte nicht im Geringsten so glaubwürdig wie er gewollt hätte. Doch,dass er sich von einem Mädchen in irgendeiner Weise helfen lassen würde,dass hier das Mobbing gar nicht erst los ging,dass konnte er nicht ertragen. Er war ohnehin die meiste Zeit alleine, ob er es hier nun auch war oder nicht,war ihm egal. Zumindestens redete er sich das gerne ein. "Allerdings,sollten diese Barbies mir noch mal dumm kommen,dann knallt's..."

''Hör mal,ich weiß,dass sie scheiße zu dir waren,aber das einzige was du machen kannst,ist,sie mit Ignoranz zu strafen.Oder du schlägst dich auf ihre Seite.Aber ich bezweifle,das du das tust.Es ist ziemlich dumm...'',Vivienne schwieg einfach.Ihre Gedanken huschten in die Vergangenheit,ihr Blick ging ins Leere,in eine andere Zeit.Doch sie fasste sich schnell wieder.Sie seufzte erneut.''Ich will nicht,dass dir irgendwas hier passiert,okay? Mehr als anbieten kann ich es dir nun mal nicht.''.

Mo strich sich fahrig durch die Haare und seufzte leise. "Tut mir leid" Er trat seinen Kippenstummel zur Seite und sah zu Boden. Er öffnete seinen Mund,scheinbar um etwas zu sagen, allerdings besann er sich etwas Besseren und blieb stumm. Er würde gerne etwas anderes sagen,doch er konnte nicht anders als dort zu stehen, sich eine neue Kippe an zu zünden und Vivienne beiläufig die Kippenschachtel hin zu halten.

"Nein danke.",sie lehnte kopfschüttelnd ab." Ich muss das jetzt erstmal alles dem Vertrauenslehrer erzählen. Du solltest in die Klasse gehen,oder am besten Heim,du siehst nicht gut aus.Du weißt wo du mich findest.",damit ging Vivienne erneut einfach weg.Ihre Gedanken rasten und rasten.Sie würde jetzt die Mädels verraten und sich in einen Haufen von Problemen stürzen,denn die Weiber würden zu Furien werden.Doch damit es anderen gut ging,nahm sie das auf sich.Sie lief an der Gruppe vorbei als sie durch die Pausenhalle ging.Sie schauten sie fragend an.Doch Vivienne ging einfach weiter zum Büro.Als sie in der Tür stand und sich nochmal umdrehte,sah sie,wie die Mädels heftig diskutierten und spekulierten was jetzt geschah.Eine der Mädels sah Vivienne an und ihre Augen weiteten sich. Ihr schien schlagartig klar geworden zu sein,was Vivienne nun vorhatte.Noch ehe Vivienne weiteres sehen konnte,schloss sie die Tür hinter sich.



~*~



Die laute Musik dröhnte in den Ohren und die Bässe ließen Mo's Brustkorb vibrieren. Er war froh,dass die Woche um war, zumindestens die Schulwoche. Der Junge hatte bis jetzt noch keinen richtigen Anschluss gefunden,er war sich auch nicht mehr sicher ob er das überhaupt wollte. In den flackernden Lichtern sah es fast aus,als würden die Menschen sich in Zeitlupe bewegen. Während der Schwarzhaarige einem trinkfreudigen Gast einen Drink reichte,öffnete er sich wieder selbst ein Bier. Er hatte Kopfschmerzen und die laute Musik machte es nicht besser. Alles in allem hatte er nicht die beste Laune.

Nachdem Vivienne im Büro war,hatten die Mädels sie keines einzigen Blickes mehr gewürdigt.Dennoch trafen sie sich auch jetzt wieder im Club,wie jedes Wochenende.Diesmal musste Vivienne Sebastian nicht wieder so aufscheuchen.Sobald sie angelangt waren,schloss er zu den Mädels auf und seine Freundin immer im Schlepptau.Vivienne hatte kein gutes Gefühl. Alle taten,als sei nichts gewesen.Sie blieb den ganzen Abend angespannt.Während alle anderen sich einen Cocktail nach dem anderen schlabberten,hing sie immer noch an ihrer Cola,die mittlerweile warm geworden ist.Sie war so angespannt,dass sie kaum etwas runter bekam.Und so sah sie den anderen irgendwann nur noch zu.Sie sah,wie Sebastian sich wieder an die große Blonde ranmachte und wie die anderen nach seine Aufmerksamkeit gierten.Sie rekelten sich,wackelten mit ihren Brüsten und schmiegten sich an ihn.Vivienne schloss für einen Moment einfach die Augen.Einen kurzen Moment versuchte sie,sich an einen anderen Ort zu denken.Als sie die Augen wieder öffnete,stand die ganze Gruppe vor ihr,inklusive Sebastian.Wie lang hatte sie die Augen denn geschlossen? ''Hey,ist doch mal wieder geil hier oder?'',fragte Vivienne wie gewohnt.Keine Antwort.Stattdessen wurde ein Countdown gestartet und bei Zero landeten die Cocktails der ganzen Gruppe auf ihr.Vivienne stockte der Atem.Sprachlos stand sie da,als ihr das klebrige Zeugs die Haare und die Finger runtertropfte.Sebastian kam auf sie zu und sagte:'' Oh,Darling.Was hast du denn nur schon wieder gemacht? Und...eww,du stinkst.Pfui!'' Lachend zogen alle von Dannen und sie stand immer noch einfach da.Sie senkte den Kopf und rührte sich nicht mehr.Sie war wütend und sie fühlte sich so bloßgestellt.


Der Baarkeeper hatte die ganze Zeit ein Auge auf Vivienne und die anderen. Er wusste nicht wieso,aber immer wieder landete sein Blick bei dem Rotschopf;sie hatte etwas,das ihn faszinierte. Gerade hatte er einen Kunden abkassirert und dessen Glaß gespült,als er aus dem Augenwinkel sah, wie ein Getränk nach dem anderen auf Vivienne niederregnete. Das reichte! "Hier,mach du mal" Der Junge drückte seiner gut aussehenden Kollegin das Glaß in die Hand und schritt zu der Gruppe, welche provokativ unweit von Vivienne weiter feierte. Er schnappte sich den Größten der Runde. "Raus" Er deutete bestimmend auf den Ausgang der Diskothek.

Die Mädels begaben sich wieder auf die Tanzfläche und Sebastian genoss den kleinen Krieg,welcher zwischen der kleinen Frauengruppe herrschte.Er neckte hier mal eine,streichelte da eine andere,fast wie in einem Harem.Vivienne hatte er schon wieder vergessen.Als er auf einmal gepackt wurde,drehte er sich rum und da stand ein kleiner Zwerg mit einer Schürze.Sebastian lachte auf:''Was willst du denn?'' Eines der Mädchen flüsterte ihm ins Ohr:''Sebo,das ist der Neue in unserer Klasse.Du weißt schon,wegen der Story.'' ''Ah,so so.'',nickte Sebastian.Er blieb einfach stehen und die Mädels versammelten sich schutzsuchend hinter ihm.


Mo baute sich vor dem größeren auf, er wirkte selbstsicher, hier war er schließlich in seinem Gebiet, eine Geste zur Tresenkraft und die Türsteher würden das richten, doch soweit würde er es nicht kommen lassen. "Bist du Taub? Raus, und ihr verschwindet auch!" Er sah in die Mädchenrunde, "Und wenn ihr nicht gleich Fersengold gebt,dann sorge ich dafür,dass ihr noch Hausverbot bekommt. Wir haben hier Regeln und wer sich nicht daran hält,kann gehen. Also:Abflug!" Mo deutete wieder auf den Ausgang,während er Sebo stur ansah. Er würde nicht nachgeben und Angst hatte er vor diesem riesen Hornochsen schon mal gar nicht.

Sebastian lachte auf. Er wollte zum Sprechen ansetzen,doch eines der Mädels kam ihm näher und sagte ihm erneut etwas ins Ohr.Dabei tätschelte sie unauffällig seine Leiste.Es war eindeutig was sie vorhatte. Sebastian entfuhr ein verächtlicher Laut,dann pfiff er die Mädels zusammen und verschwand aus dem Club.Vivienne schaute dem Spektakel ungläubig zu.Ihr Freund lies sie einfach stehen.Jeder lies sie zurück und nun stand sie da,nass,stinkend und allein.Ihr stiegen beinahe Tränen in die Augen.Wie gesagt beinahe.


Mo sah der Truppe noch nach, bis sie weg waren, danach seufzte er leise. Zum Glück musste er die Türsteher nicht holen, die hätten ihn wahrscheinlich wieder ewig damit aufgezogen. Er strich sich fahrig durch die schwarze Mähne und wand sich dann dem Rotschopf zu, er stellte sich vor sie und lächelte wärend er ihr die Hand hin hielt "Komm mit nach hinten, da kannst du dch abtrocknen und wenn du willst kann ich dir ein Taxi rufen... oder dich schnell heim bringen..." Er wunk die die andere Thresenkraft zu ihr und unterrichtete sie davon das es okay sei wenn Vivienne kurz mit nach hinten in den Angestelltenraum mit käme.

Eine ihr altbekannte Stimme drang zu Vivienne vor.Sie starrte plötzlich auf zerfledderte Chucks.Sie hatte sie schon mal gesehen.Langsam lies sie ihren Blick nach oben wandern. Es war Mo. Er hielt ihr die Hand hin,doch verstand sie nicht was er sagte.Als dann noch eine andere Frau dazu stieß,begriff sie nichts mehr.Sie nahm einfach Mos Hand und lies sich aus der Menge führen.Hinter der Theke verschwanden sie in einer Tür.Dahinter war ein grell beleuchteter Raum ohne Fenster.Verwirrt blickte sie Mo an.Sie stammelte:"Ehm...ich,also,was hast du gesagt? Und was soll ich hier?",sie schluckte schwer.Man hörte ihrer Stimme den Kloß im Hals genau an.


Mo lehnte sich an die kühle Wand und lächelte während er Vivienne ein Handtuch hin warf. Es war ein Geschirrtuch, es war Sauber doch sah man die Gebrauchspuhren deutlich. "Ich sagte das du dich hier Abtrocknen kannst, und ich dir wenn du möchtest auch ein Taxi rufen kann oder ich dich fahren kann, mein Auto steht direkt vor der Tür" Er rutschte an der Wand hinab und kam auf einer der Getränkekisten zum sitzen. "Und nun schau nicht wie ein geblendetes Reh ich tu dir schon nichts..."

Vivienne bedankte sich und begann ihre Haarspitzen zu trocken. Als sie begann zu zittern und ein neuer Anflug von Tränen zu spüren war,drehte sie sich um. Ihr war kalt und sie war enttäuscht.Sie presste das Handtuch in ihr Gesicht und verweilte so für ein paar Sekunden. Sie nuschelte hinein:"Ja,bitte...bring mich nach Hause. Ich will nur noch weg hier." Ein leises Schluchzen entwich ihr,doch umgehend versuchte sie sich wieder zu sammeln.


Mo hatte nicht die leiseste Ahnung wie er mit Vivienne umgehen sollte, langsam ging er auf sie zu lange überlegte er ehe er ihr zaghaft über die Schulter strich "Komm, hol deine Sachen und ich fahr dich... schlaf dich erstmal aus..." Man merkte dem Jungen an das er wirklich nicht die geringste Ahnung hatte wie man mit Menschen in solchen Situationen umgehen sollte, er wirkte mehr als nur unbeholfen. Nach dem Vivienne sich beruhigt hatte sagte der Junge schnell bei seiner Kollegin bescheit, schnappte sich seinen Autoschlüssel und lotste den Rotschopf zu seinem Wagen, es war ein altes Modell, aber das war dem Jungen egal, solange das Ding fuhr nd er darin Musik hören konnte war es genug. Es war kühl geworden und so fischte Mo etwas zittrig sein Handy heraus, nach dem er Vibi die Tür geöffnet hatte. "Sorry für den Müll... " Er öffnete das eingebaute Navi in seinem Handy und legte das gerät auf die Ablage "Wo wohnst du?"

''Ein bisschen außerhalb.Eine Viertelstunde von hier.Gartenstraße 32.'' Vivienne sank in den Sitz.Sie war müde.Wenn Sebastian bei ihr war,konnte sie nicht mal an Schlaf denken.Er hielt sie immer auf Trapp.Das Surren des Motors beruhigte sie.Sie schaute aus dem Fenster,sah,wie die Lichter an ihr vorbei zogen.Irgendwann wurde es sehr dunkel und sie war eingeschlafen.

Mo konzentrierte sich auf die Fahrt, hier und da gab das Navi mal Laut, wenn es ihm sagte ab zu biegen, die Musik von suicide silence erfüllte die fahrerkabiene, rücksichtshalber hatte der Junge die Musik extra leise gemacht, nur ganz ohne konnte er nicht fahren. Ansonsten war es ruhig. Wahrscheinlich würde das Auto des Baarkeepers die nächsten Wochen nach Alkohol riechen, aber das war ihm ziemlich egal. Für ihn war es eine Selbstverständlichkeit dem Rotchopf zu helfen. Irgendwann waren sie angekommen und Mo stieg aus dem blauen wagen und öffnete die Beifahrertür, "Hey Vivienne, wir sind da" Er hockte sich leicht neben sie, so war er noch im Licht des Wagens zu sehen und sie würde nicht gleich einen Herzinfaakt bekommen wenn eine dunkle Gestalt neben ihr stehen würde wärend sie in einem völlig fremden Auto saß.

Vivienne schlief so fest,dass es eine Weile dauerte,bis die Kälte in ihr Bewusstsein drang.Dann schimmerte gedämpftes Licht durch ihre Lider.Sie blinzelte,doch bekam ihre Augen noch nicht auf.Sie streckte sich kurz,dann endlich.Als sie sich umschaute war es dunkel.Sie starrte direkt in das hübsche Gesicht von Mo.Sie erschrak nicht,eher erfüllte sie eine gewisse Sicherheit in seiner Nähe.''Sorry,ich bin eingeschlafen.''.Schwerfällig hievte sie sich aus dem kleinen Auto.Sie streckte sich nochmal direkt vor Mo und brach direkt in Lachen aus,da sie einfach so viel größer war als er.''Komm bitte mit rein,ich  möchte mich bei dir bedanken.Hm,magst du vielleicht was trinken oder essen?'' Erwartungsvoll starrte sie auf Mos Gestalt.


Auch der Junge musste etwas grinsen,als er sah,wie viel größer das Mädchen war;ihn selbst störte das nicht mehr.Klar er mochte es nicht,so klein zu sein,doch ändern konnte er es nicht und seine geringe Körpergröße war sein kleinstes Problem. Er schloss die Tür und nickte nach einigen Überlegen. "Ein Kaffee,wenn du hast" Er lehnte sich leicht gegen den Wagen, man sah ihm seine Müdigkeit an, das nächtliche Arbeiten am Wochenende und das frühe Aufstehen unter der Woche waren für ihn ziemlich anstrengend.

Samstag, 14. Juli 2012

Oo Chapter 2 oO - School

Es war bereits Montag, doch steckte der vergangene Samstag dem 19-jährigen noch immer in den Knochen.Müde lehnte er sich gegen die rote Backsteinmauer. Schulwechsel, wieder einmal. Mo hatte keine Ahnung was die Lehrkraft so lange im Sekretariat machte -und im Prinzip war es ihm auch egal, nur das rumstehen begann an seinen ohne hin schon dünnen Nerven zu zerren. Die dunkle Tür öffnete sich „So, dann wollen wir mal“ Der dickliche Mann ging strahlend vorraus, Mo folgte augenverdrehend. Sie steuerten auf eine kleine Gruppe Jugendlicher zu, welche sich gerade in der Pausenhalle aufhielten. „Ah Frau Gray, ich hatte Ihnen ja bereits Bescheid gegeben,dass wir ab heute einen neuen Schüler in der Klasse haben“. Mo sah hoch und erkannte das Mädchen aus dem Club wieder. „Also würden Sie Herrn Brady bitte die nötigen Unterlagen geben und ihm kurz die Schule zeigen?“

Vivienne stand wie jeden Morgen unter der Woche,mit ihrer Clique in der Pausenhalle.
Sie bildeten einen Gesprächskreis,was sie einerseits von den anderen abgrenzte,oder eher die anderen von ihnen abgrenzte und andererseits würde niemand mehr hinzukommen können.Sie gehörten den Beliebten und Hübschen der Schule an,manche mehr oder minder intelligent.Auch Vivienne gehörte dazu.Die Mädels erzählten,wer sie am Samstag im Club alles angegraben habe,doch keine von ihnen Sprach über Sebastian. Aber jede wusste,dass Vivienne weiß,was er so treibt.Wie jeden Morgen hörte sie nur halbherzig zu,nickte und kicherte wenn es angepasst war.Aber sie langweilte sich furchtbar.Diese Gespräche entsprachen schon lange nicht mehr ihrem Intellekt.
Als der Oberstufenleiter auf sie zu kam und sie ansprach,war Vivienne aus den Gedanken gerissen.
Sie sah den neuen Schüler an -sie wusste seit Freitag,dass ein Neuer kommen würde- aber mit Mo,dem Barkeeper aus dem Club, hatte sie nicht gerechnet.Sie schielte zu den anderen Mädels rüber und sah,wie sie missbilligende Blicke auf ihn warfen.Sie setzte ein genervtes Gesicht auf und tat so,als würde sie Mo nicht kennen.
Mit gelangweilter Stimme sagte sie:'' Hey,ich bin Vivienne,die Vertrauensschülerin. Willkommen an unserer gymnasialen Oberstufe.'' Sie traute nicht,Mo in die Augen zu sehen.Sie warf ihrer Clique einen gespielt heiteren Luftkuss zu,winkte kurz und verdrehte merklich die Augen um den anderen zu signalisieren,wie sehr sie das doch ankotzen würde. ''Komm mit.'',wies sie Mo nur kurz an und bog in den Ostflügel ein,wo sie nur noch zu zweit waren und sie endlich aufhören konnte,so desinteressiert zu tun.

Mo folgte dem Rotschopf und sah sich mehr oder weniger interessiert um. Zu der Mädchengruppe sagte der Junge nichts, wieso auch es war nicht seine Sache und er hatte nicht vor es zu seiner zu machen. Er konnte diese ganzen Cliquen ohne hin nicht leiden. Sie machten nur Ärger. „Hör mal, ich muss mir diese Tour nicht unbedingt antun, gib mir einfach die Unterlagen oder was auch immer und gut ist“ .Beherzt gähnend sah der Schwarzhaarige auf sein Handy. Er hatte jetzt schon keine Lust mehr hier zu sein.

Vivienne blieb stehen und sah den Jungen an.Erst jetzt fiel ihr der Größenunterschied auf. Das verwunderte sie schon etwas,Jungs in seinem Alter waren eigentlich viel größer.Aber sie kümmerte sich nicht weiter darum und sprach zu ihm:'' Doch,Mo.Ich muss das hier machen. Ich bin Vertrauensschülerin.Hier hast du deinen Stundenplan.Du kannst damit machen was du willst,aber die erste Stunde müsste ich dich hier umher führen.'' Vivienne seufzte erneut. ''Du kannst auch tun was du willst in der Zeit,Hauptsache wir kommen zusammen in den Klassenraum in der 2. Stunde. Wir haben zufällig dort den selben Kurs. Zudem auch noch Dienstag,jeden zweiten Mittwoch und Freitags sind wir in fast den gleichen Kursen.'' Sie blieb einfach stehen und wartete auf eine Reaktion.

Der 19-jährige bemerkte die Blicke der Rothaarigen. Sicher war es normal,dass andere einen ansahen, doch dem Jungen war dabei jedes Mal wieder unbehaglich.Automatisch vergrub er seine Hände in seinen Hosentaschen und sah das Mädchen flüchtig an: „Dann treffen wir uns kurz vor Unterrichtbeginn hier wieder und ich geh' eine rauchen…“. Mit diesen mehr genuschelten Worten drehte er sich auch schon weg und begab sich nach draußen an die frische Luft. Vivienne machte den Jungen schon etwas nervös. Was wahrscheinlich daran lag das sie schon ein gutes Stück größer war als er selbst, oder an der Tatsache,dass sie wirklich sehr hübsch war. Sein Abgang war zwar nicht sehr höflich gewesen,aber dieses ganze Rumführen ging ihm ziemlich auf den Keks.

Als Mo einfach abzischte und Vivienne einfach so da stehen lies,ohne ihr die Möglichkeit zu geben,noch etwas zu sagen,war sie fassungslos. Sie fühlte sich irgendwie vor den Kopf gestoßen. Was war nur mit dem Kerl? Im Club gab er ihr noch ein kaltes Getränk aus und jetzt lies er sie eiskalt stehen.In Viviennes Kopf ratterte es.Sie kramte ihren Ipod raus,steckte sich die weißen Stöpsel tief in die Ohren und schaltete die Musik an.Es erklangen liebliche Klaviertöne und Streicher,die die Komposition von einem koreanischen Pianisten harmonisch unterstrichen. An Ort und Stelle lies sie sich auf den Boden sinken. Ihren Rücken lehnte sie an die Wand,die Knie zog sie an sich ran und bettete ihren Kopf auf ihnen.Vivienne mochte diese Position am liebsten,sie war bequem und verschaffte einem das Gefühl von Schutz.Und so saß sie da und wartete bis der wilde Schwarzhaarige wiederkam.

Der Tattoowierte lehnte an der Außenmauer und rauchte eine Zigarette nach der anderen. Die Situation machte ihn nervös und langsam begann die Angst vor den Mitschülern unter seine Haut zu kriechen. Vielleicht hätte er, trotz der Wärme, besser einen Pulli angezogen;nicht jeder reagierte unbedingt positiv auf seine unzähligen Tattoos. Der Junge schüttelte sachte, kaum merklich den Kopf. Das war doch Unsinn was er da dachte. Er machte sich schon wieder Gedanken, wo er sich eigentlich keine machen musste. Wenn sie ihn nicht mochten, bitte, dann war das so. Er hatte außerhalb der Schule genug Freunde, hier brauchte er nicht unbedingt welche. Mo sah auf die Uhr und seufzte. 15 Minuten noch. Vivienne schien ihre Position als Vertrauensschülerin recht ernst zu nehmen und er wollte sie nicht unnötig stressen ,also stieß er sich sanft von der Mauer ab und begab sich wieder zu ihr.

Mittlerweile hatte Vivienne ihre Augen schon geschlossen,die Musik füllt ihren ganzen Körper aus. Dies hilft ihr immer etwas,den Kopf abzuschalten und ganz sie selbst zu sein.Sie spürte,wie der Schlaf auf einmal an ihr zerrte,doch sie wehrte sich nicht dagegen. In den Nächten bekam sie nie viel Schlaf,da Sebastian entweder die ganze Nacht zockte oder anderweitig spielte.Durch die Kopfhörer im Ohr hörte sie auch nicht,dass sich Schritte näherten.

Mo beobachtete das Mädchen einige,wenige Minuten,ehe er kurzer Hand vor ihr in die Hocke ging und ihr den Kopfhörer aus dem rechten Ohr zog. „Der Unterricht fängt gleich an“,waren seine knappen Worte und er richtete sich wieder auf um die Kippenschachtel, welche er bis eben noch in der Hand gehalten hatte, wieder in seine Hosentasche zu quetschen. Er hielt dem Mädchen die Hand hin, um ihr auf zu helfen.

Die ersten Träume schlichen sich schon in Viviennes Bewusstsein,doch ehe sie die Bilder greifen konnte,wurde sie wieder an die Oberfläche gezerrt.Die Musik wurde leiser,eine helle Stimme drang verschwommen zu ihr vor.Es dauerte eine kleine Weile,bis sie die Augen öffnen konnte.Sie hob den Kopf und es war Mo,wer auch sonst.Verdutzt schaute sie ihn an,nicht wissend,ob sie deine Hand annehmen soll,oder allein aufstehen sollte.Nach seinem Abgang vorhin hätte er es verdient abserviert zu werden und doch,sie nahm seine Hand und ließ ihren trägen Körper hochhieven.Ihre Glieder fühlten sich steif an.Sie streckte und dehnte sich kurz und sprach dann zu Mo knapp:''Danke.Ich bin fast weggenickt,entschuldige. Na dann auf zu neune Taten.'' Einen herzhaften Gähner konnte sie sich dabei nicht verkneifen.

Der Schwarzhaarige nickte nur und folgte Vivienne in Richtung Klassenzimmer. Er wurde merklich nervöser. Beiläufig strich er sich eine Strähne aus dem Gesicht und begann an seinen Piercing zu spielen, eine ziemlich dumme Angewohnheit, zumal er sich dabei schon das eine oder andere Mal böse auf die Lippe gebissen hatte. Doch es lenkte ihn immer wieder ein wenig vor der Nervosität ab. Denn die berief sich diesmal eher auf die Lehrkraft als auf die Schüler.

Vivienne drehte sich kurz zu Mo um,bevor sie das Klassenzimmer betraten.''Die Lehrer sind alle ganz nett hier,also keine Panik. Ich werde dich der Klasse schnell vorstellen und dann kannst du dich auch schon setzen. Ehm...dein Nachname war Brady?!''.
Sie klopfte an die Tür des Kursraums und trat ein. ''Bitte entschuldigen sie die Verspätung,Herr Peters. Ich habe den neuen Schüler das Schulgebäude gezeigt.Ich möchte euch...'',Vivienne stockte kurz. War Mo überhaupt der richtige Name? Sie warf einen verzweifelten Blick zu Mo rüber,welcher irgendwie sehr distanziert aussah.''Ich möchte euch Mo Brady vorstellen,er geht ab heute auf diese Schule.''
Vivienne deutete Mo den freien Sitzplatz an und begab sich eleganten Schrittes zu ihren eigenen um dann den Unterrichtsgeschehen zu folgen.

Der Schwarzhaarige sah sich kaum merklich um, schon jetzt begann er sich abzugrenzen; die Schüler sahen interessiert hoch zu Vivienne und ihm. Als der Rotschopf ihn hilfesuchend anblickte,nickte dieser nur leicht. Der Lehrer schien etwas verdutzt zu sein, blätterte einige Zettel durch und runzelte dann leicht die Stirn, während Mo sich auf den angewiesenen Platz setzte.


Sobald Vivienne auf ihren Platz war,wurde sie von beiden Seiten zugezwitschert.Die Mädels neben ihr kicherten und lästerten und fragten sie,was das für ein Typ sei. Sie machten sich über ihn lustig und bemitleideten sie,da sie ihn die Schule zeigen musste.
Aber sie machte einfach dicht und hörte nicht mehr zu.Stattdessen begann sie gedankenverloren in ihrem Block herumzukritzeln.Plötzlich vibrierte ihr Handy. Sie schaute unauffällig drauf.Es war eine SMS von Sebastian.Sie konnte den Anfang lesen und das genügte ihr schon um die Nachricht nicht zu öffnen und ganz zu lesen.

Der Schwarzhaarige seufzte genervt und stützte seinen Kopf auf seinen Händen auf. Er begann auf seinem Block herum zu kritzeln, verdrehte,surreale Körper wurden aus seinem Stift geboren und so verging die Stunde zäh, bis das Klingeln Mo aus der lähmenden Langeweile erlöste. Langsam erhob er sich, der Junge hatte keine Eile, er kannte hier schließlich niemanden.

Als es endlich zur Pause klingelte,entschuldigte sich Vivienne schnell bei den Mädels und flunkerte,sie müsse nochmal ins Sekretariat wegen dem Neuen. Die Clique heuchelte Mitleid vor,doch Vivienne bildete sich ein,dass sie sogar ganz froh waren,sie nicht dabei zu haben. Sie wusste genau,dass die Lästerrunde eröffnet war,sobald sie ging. Hinter ihrem Rücken zerrissen sie sie in Luft.Ihre Kleidung,ihr Make-Up,ihr Haar,einfach alles. Vivienne wusste es und suchte das Alleinsein. Sie wollte auch vor Sebastian flüchten,also verschwand sie ungemerkt in einen der Mädchentoiletten und schloss sich dort ein. Sie klappte den Klodeckel runter,setzte sich drauf und zog, wie vor der Stunde ,die Knie an ihr Kinn.Diesmal aber befahl sie ihrem Körper,wach zu bleiben.Doch ihre Lider wurden wieder schwerer.''Das kann doch nicht sein'',fluchte sie in Gedanken.Demnach beschloss Vivienne,doch hinaus zu gehen,an die frische Luft,sich bewegen und sich damit eventuell auch die Müdigkeit aus den Knochen zu holen.Sie sprang auf und rannte los.Sie rannte,denn etwas anderes wollte sie nicht tun.''Renn. Renn davon.In den den nahe gelegenen Wald vielleicht.'',schoss es ihr durch den Kopf.


Donnerstag, 5. Juli 2012

Oo Chapter 1 oO - In the club

''Sebo,komm jetzt'' fluchte Vivienne genervt,als sie aus dem Bad kam. Ihr Freund Sebastian saß immer noch vor der Konsole,obwohl sie sich schon längst im Club mit den anderen Treffen wollten. Vivienne linste in die Tür hinein: ''Dir wird gefallen,was ich anhabe,komm und sieh es dir an.'' Sie strecke ein Bein zwischen den Türspalt und zog ihren sowieso schon kurzen Faltenrock hoch und entblößte ein glattes schönes Bein.Endlich schaute Sebastian mal hoch und grinste breit. Er stand auf und kam zu ihr um seine Hände um ihre Hüften zu schlingen. ''Du weißt jedes Mal,wie du mich kriegst.'' Seine Hände wanderten zu ihrem Po,wo sie fest zupackten.Vivienne versuchte ein Zucken zu unterdrücken. ''Komm jetzt bitte,ich will los.Die Mädels warten.''

Im Club angekommen tauchten die Beiden in der Tanzfläche unter. Anfangs noch war Seabstian nur auf sie fixiert,lies seine Hand unmerklich unter ihren Rock fahren und zog sie eng an sich.Vivienne schämte sich und entzog sich seinem Griff.''Ich hol uns was zu trinken'' schrie sie in sein Ohr. Er nickte nur und tanzte weiter.Vivienne kämpfte sich einen schmalen Weg durch die tanzenden,bebenden Körper hindurch,bis sie an die Theke kam.Hier standen auch viele Menschen,doch ganz an der Wand war noch ein Barhocker frei.Dort lies sie sich nieder.

"Mo, wir brauchen noch eine Kiste Cola, mach zu und hol eine aus dem Lager".Der schwarzhaarige Junge seufzte genervt, stellte das Glas zur Seite, welches er eigentlich grade abspülte und suchte sich seinen Weg durch die Menge, bis zum Augang ins Lager. Es war kühl hier und Mo hatte einige Mühe die richtige Kiste in dem Chaos zu finden. Gestresst fuhr er sich durch die schwarze Mähne. Sein Chef hätte ruhig einmal für Ordnung sorgen können. "Klar... bleibt sowieso wieder alles an mir hängen...",murmelnd griff er sich eine der roten Kisten und hob sie sich mit etwas Schwung auf seine Schulter. Man sah es dem zierlichen Körper vielleicht nicht an,aber der 19-jährige hatte Einiges an Kraft. Die Softdrinkflaschen tragend bahnte er sich seinen Rückweg zur Theke,wo das rothaarige Mädchen, welches er eben schon mit ihrem Freund tanzen gesehen hatte,schon mit suchendem Blick in einer Ecke saß. Mo's Blick wanderte durch den Raum, er sah den Kerl mit dem sie eben noch zusammen war, wie dieser mit einem anderen Mädchen mehr als nur eng tanzte. Der Schwarzhaarige lehnte sich etwas über die Theke: "Was kann ich dir bringen?". Die helle Stimme des Jungen schien die Rothaarige aus den Gedanken gerissen zu haben.

Vivienne erschrak leicht,als eine recht weibliche Stimme in ihr Ohr drang und sie hinter der Theke einen dunkelhaarigen Kerl vernahm.Trotz der lauten Musik verstand sie ihn.Sie lehnte sich etwas vor und sagte laut: ''Einen Strawberry-Vodka-Slushy und...'',sie drehte sich kurz um,suchte ihren Freund in der Menge und fand ihn.Sie seufzte entnervt und sagte dann: '' Und sonst nichts.'' Vivienne lies ihren Blick ungemerkt über die zierliche Gestalt huschen. Er war recht klein,übersäht von Tattoos und schlank.In den bunten Lichtern wirkte jedes Tattoo auf seinem Arm anders.Als der Dunkelhaarige wiederkam und ihr Getränk brachte,schaute sie ihm ins Gesicht.Hässlich war er auch nicht.Seufzend gab sie ihm das Geld und fing an ihren Slushy mit dem Strohalm zu schlürfen.Sie sah,wie Sebastian sich mal wieder bestens mit ihren Freundinnen amüsierte,aber sie wollte das nicht sehen.Und zu ihnen hinüber gehen wollte sie auch nicht. Deshalb blieb sie einfach hier sitzen.

Der Baarkeeper stütze dich auf dem dunklen, verlebten Tresen ab und schob dem Rotschopf das Geld wieder zu: "Geht aufs Haus" .Er folgte ihrem Blick zu dem anderen jungen Mann, der gerade heftig zu flirten schien und seufzte leise. "Dein Freund?". Als der Rotschopf zu Mo sah, nickte dieser leicht in die Richtung des Jungen mit welchem sie hier her gekommen war.

Vivienne nahm einen kräftigen Schluck ihres Eisgetränks und starrte auf die zierliche Hand die ihr das Geld zurück schob.Sie blickte dem jungen Mann in die Augen. Ein kleines Lächeln huschte ihr über die Lippen. Auf seine Frage nickte Vivienne nur.Sie reichte dem Barkeeper die Hand:''Hey,ich bin Vivienne.Danke für das hier.''.Sie hob ihr Getränk kurz an.Für einen Moment war sie etwas weniger enttäuscht von dem Abend.Wenigstens ein Kerl,der nett zu ihr war.Sie machte sich jedes Mal Hoffnungen,dass es besser wird mit Sebastian und jedes Mal wurde sie wieder enttäuscht.Sie tat so viel um ihm zu gefallen,dennoch spielt und flirtet er mit anderen Weibern rum.Sie war machtlos dagegen und das frustrierte sie. Aber um den Schein zu wahren,blieb sie Vivienne an Sebastians Seite.

Der Tattoowierte lächelte leicht und nahm die ihm entgegengehaltene Hand. "Mo..." Er schien nicht der größte Redner zu sein, allerdings war er stets höflich: "Ach nicht dafür". Er wunk den Dank des Mädchens ab; wenn sie schon mit so einem Idioten hier war, dann wollte er ihr das Disaster wenigstens etwas erträglicher machen. Der Barkeeper betrachtete das Mädchen unauffällig, sie war hübsch, fast surreal wirkte sie, zwischen all den aufgebrezelten Tussis. Mo griff hinter den Tresen und öffnete sich selbst geschickt ein Bier. Eigentlich hasste sein Chef es, wenn er das tat, aber anders ertrug der Junge diese für sein Empfinden viel zu laute Musik nicht, die ohnehin nicht seinen Geschmack traf. Sein Blick wanderte wieder zu dem Tanzenden: "Ich weiß wieso ich Single bin",eher zu sich selbst redend,wand er sich einem anderen,bestellenden Gast zu.

Die Hand von dem Jungen namens Mo war stark,stärker als der Eindruck es ihr vermittelt hatte.Als er sich dann abwandt,glaubte sie ihn noch etwas sagen zu hören,aber der Bass dröhnte schon wieder in ihren Ohren und ließ ihren Magen wild flattern.Von hinten merkte sie zwei große Hände die sich um ihren Bauch schoben.Vivienne erschrack und stieß einen kleinen Schrei aus,den niemand durch die Musik vernahm.Sie drehte sich um und sah ihren Freund. Er lächelte lieblich und näherte sich ihrem Ohr:''Mit wem hast du dich da gerade unterhalten?'' Sie schluckte.''Das war nur der Barkeeper.Findest du nicht,dass es normal ist,dass man sich mit einem Barkeeper unterhält? Immerhin können die ja keine Gedanken lesen.'',sagte Vivienne und schlürfte erneut an ihrem Drink.Jetzt war er leer und sie hoffte insgeheim darauf,dass Mo sie wieder bedienen würde.Sebastian zwickte ihr in die Seiten:''Werd nicht frech,Fräulein.'' Sie kannte diesen Unterton nur zu gut: ''Lass das Sebo,du tust mir weh.Du weißt,ich mag das nicht.'' Sebastian nahm die Hände von ihr:'' Komm,wir werden jetzt gehen.Ich warte draußen auf dich.'' Vivienne war niedergeschlagen.Ein weiterer Abend ruiniert.Sie suchte hinter der Bar nach Mo,doch fand ihn im Schwarzlicht nicht.Sie setzte wieder ihr bekanntes Lächeln auf und ging,um sich von den ''Mädels'' zu verabschieden.